UPDATE: In eigener Sache…

Liebe Freunde und Unterstützer der Offenen Türen,

natürlich geht auch an uns Corona nicht spurlos vorüber! Egal ob Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen oder unser jährlicher Ausflug oder unser Tavla-Turnier oder oder – es gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

UPDATE: Auch unser Monatstreff Mai findet online statt. Bitte beim Vorstand melden, wer teilnehmen möchte aber keine Einladung bekommen hat!!

Bleibt gesund!

75 Jahre Befreiung vom Nazi-Terrorregime

Kriegsende 8. Mai 1945

75 Jahre Kriegsende = 75 Jahre Frieden sind natürlich ein schöner Anlass für Feierlichkeiten. Auch wenn die Feierlichkeiten in Zeiten von Corona selbstverständlich etwas anders ausgefallen sind als ursprünglich geplant…

75 Jahre sind aber auch – je nach Rechenart – zwei bis drei Generationen Versuchung, die Grauen des Krieges und des Terrorregimes zu vergessen. Und auch wenn man diesen Schrecken natürlich nicht einfach in nackte Zahlen fassen kann, auch wenn Menschen nie einfach zu einer Ziffer in einer Statistik werden dürfen, hier doch der Versuch die Dimension der Schreckensherrschaft der Nazis in Zahlen zu fassen:
So viele Menschenleben forderte der NS-Rassenwahn

Unser aller Aufgabe ist es mitzuhelfen, dass sich so ein Wahnsinn nie wiederholt, nie wiederholen kann! Ein guter Weg dafür ist, Mauern – vor allem die in den Köpfen – niederzureißen. Neue Menschen kennenzulernen. Ängste abzubauen. Der Schlüssel dafür ist das Kennenlernen: wenn Fremdheit ein Gesicht und einen Namen hat, verliert sie ihre Bedrohlichkeit. Deshalb wollen wir Räume für Begegnung schaffen und ein Treffpunkt für Menschen aus aller Herren Länder sein. Deshalb nennen wir unseren Verein auch „Offene Türen – internationaler Treff“.

Vielleicht ist unser Verein in 75 Jahren überflüssig (geworden). Aber heute ist unser Verein, ist unser Engagement noch nötig. Lasst uns gemeinsam diese Räume für Begegnung(en) schaffen!

Mahnwache gegen Rassismus

Liebe Freunde und Mitstreiter*innen für ein buntes Schrobenhausen,

das Attentat von Hanau hat uns schockiert. Nach Halle und dem Kasseler Regierungspräsidenten gibt es die nächsten Opfer rechten Terrors. Es ist der Rassismus, der diese Menschen getötet hat. Nicht nur der Täter selbst ist für diese Morde verantwortlich, auch diejenigen, die den Hass schüren, der sich in den Attentaten Bahn bricht, tragen eine Mitschuld. 

In einer Mahnwache, am Freitag um 19:00 Uhr am Perger Platz (Kriegerdenkmal) in Schrobenhausen, wollen wir der Opfer von Hanau gedenken und unser deutliches „Ja“ zu Demokratie, Vielfalt und der Bewahrung der Menschenrechte deutlich machen. Wir wollen gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

Schrobenhausen ist bunt und soll so bunt bleiben!

Bitte geben Sie diese Einladung weiter! Gerne dürfen Kerzen und Plakate mitgebracht werden. 

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Siegl
Offene Türen – internationaler Treff e.V.
Vorsitzender

Kulturkanal: Gedenkmatinee des Stadttheaters mit Zeitzeugen

Wer die Sendung im Radio verpasst hat, kann sie unter https://www.kulturkanal-ingolstadt.de/Podcast/P20200209/Gedenkmatinee-des-Stadttheaters-mit-Zeitzeugen nachhören.

Bei der Sendung handelt es sich sicher nicht um „leichte“ Kost, aber in Tagen, in denen die Rechtspopulisten wieder salonfähig wurden und werden, ist das „Wir vergessen nicht!“ wichtiger denn je!

Gedanken zur Reichspogromnacht

8 Jahrzehnte nach der verhängnisvollen Reichspogromnacht 1938 (Hintergründe: siehe hier und hier) marschieren die Nazis wieder durch Deutschland, in dem Fall durch Bielefeld!

Ja, es waren „nur“ 230 Nazis aufmarschiert (jeder einzelne Ewiggestrige ist zu viel!). Ja, es haben sich mehrere Tausend Gegendemonstranten zusammengefunden, um friedlich zu zeigen, dass dieses Gedankengut hier nicht willkommen ist.
Der springende Punkt ist die Tatsache, dass die Nazis die Dreistigkeit haben, an einem wahrlich schicksalsbeladenen Tag wie dem Jahrestag der Reichspogromnacht wieder durch Deutschland zu marschieren!

Natürlich muss eine wehrhafte Demokratie so eine Provokation aushalten. Aber es zeigt leider nur zu deutlich, dass rechtes Gedankengut wieder auf dem Vormarsch ist. Es zeigt nur zu deutlich, wie viel Arbeit es für die Offenen Türen noch zu tun gibt. Jede und jeder, dem daran gelegen ist, dass sich rechtes Gedankengut nicht weiter ausbreitet, ist zu unseren monatlichen Treffen (z. B. 18. November, 19:30 Uhr, Juze/GreenHaus) herzlich eingeladen!

Offene Türen besichtigten das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg

Die Aktiven des Vereins „Offene Türen – Internationaler Treff“ nutzten das herbstliche Traumwetter am Wochenende zu einer eindrucksvollen Vereinsfahrt, bei dem sie sich mit dem Albtraum der jüngeren deutschen Geschichte auseinandersetzten, der NS-Diktatur von 1933 bis 1945. Ziel war das NS-Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Auf der Rückfahrt war das Wahlergebnis in Thüringen das bestimmende Thema, wobei es – nach der vorangegangenen intensiven Beschäftigung mit dem völkischen Wahnsinn – allen geradezu surreal und absurd vorkam, dass ein Rechtsextremer wie Höcke ein solch hohes Wahlergebnis erzielt.

Die meiste Zeit im Dokumentationszentrum verbrachten die Vereinsaktiven in der Dauerausstellung zum Reichsparteitagsgelände, die den Aufstieg der NSDAP zum ausgeklügelten Terrorsystem aufzeigt und analysiert. „Die Propagandamaschinerie der Faschisten nutzte die aktuellsten Medientechniken der damaligen Zeit“ stellt Joachim Siegl, der Vorsitzende der Offenen Türen, ernüchtert fest. „Es schmerzt sehr, sehen zu müssen, wie die Rhetorik der Rechtspopulisten heute wieder salonfähig gemacht wurde und wird“. 

Mit dem Besuch der Ausstellung „BLUTIGER BODEN – Die Tatorte des NSU“ von Regina Schmeken endete der Aufenthalt im Dokumentationszentrum, und kam die Thematik gleichzeitig in der Gegenwart an. Für die Fotokünstlerin Regina Schmeken ist ihre Ausstellung ein Versuch, die Fassungslosigkeit, die Ratlosigkeit, die Ohnmacht, aber auch die Wut zu kanalisieren und umzusetzen und das Gedenken an die Ermordeten aufrecht zu erhalten. Ihre Bilder – großformatige Schwarzweißaufnahmen der Schauplätze – nehmen die Betracher*innen  mit an die Tatorte, sie versuchen das Ungeheuerliche zu reflektieren und rufen in Erinnerung: Die Attentate waren nicht allein Angriffe auf unsere Mitbürger, es waren Angriffe auf universelle Menschenrechte und damit auf unsere Gesellschaft. 

Sehr beeindruckt waren die Mitglieder der Schrobenhausener Offenen Türen von der Sonderausstellung, die in großformatigen Fotos die Tatorte der NSU-Morde zeigt. Die Gebäudlichkeiten, die jetzt unter anderem als Museum genutzt werden, zeigen dabei gleichzeitig in aller Deutlichkeit den Größenwahn der nationalsozialistischen Machthaber.