Zwischen Tradition und persönlicher Überzeugung

Kino für Toleranz: Ein Film aus dem irakischen Kurdistan

Der Junge SiyarAm kommenden Dienstag, 30. Dezember läuft im Kino für Toleranz im CineparkKino um 20.00 Uhr der norwegisch-deutsch-irakische Spielfilm „Der Junge Siyar“ aus dem Jahr 2013. Der Film erzählt von einem jungen kurdischen Mann im Irak, der sich auf den Weg bis nach Nordeuropa macht, um der Tradition von Ehre und blutiger Vergeltung zu gehorchen. Doch genau dieser Weg führt ihn nicht nur räumlich von diesen Traditionen weg, irgendwann steht er vor der Entscheidung seines Lebens, die ihm keine gesellschaftliche Tradition oder Konvention abnehmen kann.

Siyar lebt in einem kleinen kurdischen Dorf im Nordirak. Er ist zwar erst 16 Jahre alt, aber seit dem Tod seines Vaters muss er als Familienoberhaupt die Entscheidungen treffen. So stimmt er auch zu, als seine ältere Schwester Nermin einen Heiratsantrag aus dem Nachbardorf bekommt, obwohl er weiß, dass sie einen anderen Mann liebt. Kurz darauf ist Nermin verschwunden, Siyar fühlt sich von ihr verraten, ist vor der Familie des Bräutigams blamiert. Um die Familienehre wieder herzustellen, macht er sich auf die Reise, um seine Schwester zu finden und zu töten. Eine Reise vom Irak über die Türkei nach Griechenland und quer durch Europa beginnt, bis in die verschneite Einöde Norwegens.

Als Hisham Zaman, der Regisseur des Films, geboren 1975, in Siyars Alter war, floh seine Familie vor Saddams Regime aus der Stadt Kirkuk im Nordirak und emigrierte über Istanbul nach Norwegen. Er machte 2004 seinen Abschluss an der Norwegian Film School in Lillehammer. „Der Junge Siyar“ ist sein Langfilmdebut. Er entführt den Zuschauer ohne erhobenen Zeigefinger in eine Welt, die so nah ist und doch manchmal so fern erscheint, eine echte Kinoreise. Neben mehreren Preisen für den Film wurden auch die beiden jungen Hauptdarsteller für ihre Leistungen bereits international auf Festivals ausgezeichnet.

Der Film ist ab 12 Jahre freigegeben, dauert 105 Minuten und wird auch am Sonntag, 4. Januar um 11.00 Uhr gespielt. Die nächsten Filme im Kino für Toleranz laufen an folgenden Terminen: 27.01.15 „Winterschlaf“; 24.02.15 „Am Sonntag bist du tot“. Karten und Programmflyer für Kino für Toleranz gibt es an der Abendkasse. Wer per E-mail über das Programm von „Kino für Toleranz“ und die Inhalte der Filme informiert werden möchte, kann sich mit einer mail an „kino-fuer-toleranz@bayern-mail.de“ dafür anmelden.

 

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