Kino für Toleranz

Erschreckenden Fakten über Rechtsrock

postit Presse

Ein Beitrag von Hans Kriss

Am Dienstag, 25. November um 19:30 Uhr läuft im Jugendzentrum Schrobenhausen der Dokumentarfilm „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“.

Der Verein „Offene Türen – Internationaler Treff“ zeigt diesen Film in Zusammenarbeit mit der Regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus. Der Film dokumentiert die Rechtsrock-Szene, auf deren Konzerten rechte Ideologien vermittelt und die jungen Besucher angeworben werden sollen. Und offensichtlich hat diese Strategie fatalerweise Erfolg: Der Rechtsextremismus ist in Deutschland zu einer Jugendbewegung geworden, die nicht mehr verharmlost oder kleingeredet werden kann und darf. Peter Ohlendorf, der Autor des Films, steht nach der Vorführung im Jugendzentrum zur Diskussion zur Verfügung.

Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Skinheads toben und die Arme gehen hoch zum Hitlergruß. Als der Journalist Thomas Kuban zum ersten Mal ein Neonazi – Konzert mit versteckter Kamera dreht, bekommt er Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender hineinwagt. Sechs Jahre später hat er rund vierzig Undercover-Drehs hinter sich, auch in Ländern jenseits der deutschen Grenzen. Ein Lied begegnet ihm auf seiner „Konzerttournee“ immer wieder: „Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik …“. Hochbrisant ist das Material, das Thomas Kuban im Lauf der Jahre zusammengetragen hat. Mit Rechtsrock junge Menschen zu ködern und zu radikalisieren, diese „Masche“ zieht bei vielen jungen Leuten: Längst hat sich rund um die Musikveranstaltungen auch ein blühender Markt entwickelt: CD’s der einschlägigen Bands werden in Eigenregie produziert und in Szeneläden oder über das Internet verkauft. Mit rechtsextremen Merchandising-Artikeln ist das nicht anders. Auf diese Weise wird zugleich Geld für die Expansion der „Bewegung“ generiert.

Thomas Kuban hat all das mit versteckter Kamera dokumentiert und ist dabei ein hohes Risiko eingegangen. Der Film dokumentiert aber auch die erfolglose Suche nach Unterstützung für das Filmvorhaben. Er kehrt an die Orte, an denen er versteckt gedreht hat, zurück und zeigt die Reaktionen politischer Entscheidungsträger, von Behörden und Bürgern auf sein Material. Dabei steht die Frage im Raum, warum auf der rechtsextremen Partymeile über alle Grenzen hinweg gefeiert werden kann und wie sich das verhindern ließe. Der Autor Peter Ohlendorf hat Thomas Kuban auf seiner Reise mit der Kamera begleitet.

 

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