Kein Platz für Nazi

Damit Schrobenhausen bunt bleibt:

Schrobenhausen hatte unerbetenen Besuch. Am Samstag, 8. März, suchten „Aktivisten“ der extrem rechten „Pro Bewegung Bayern“ Schrobenhausen heim, um seine Bürgerinnen und Bürger mit kruden Stammtischparolen und dreisten Lügen gegen den Bau einer Moschee und gegen die muslimischen Mitbürger aufzuhetzen. Wer und was steckt hinter dieser angeblichen „Bürgerbewegung“?

menschenkette

Da ist zum Beispiel Stefan Werner, der versucht, sich hinter der Maske des biederen Bürgers zu verstecken, der sich in einer lokalen Initiative engagiert. In Wirklichkeit aber ist Stefan Werner ein deutschlandweit umtriebiger Multifunktionär der extremen Rechten. Der 1980 geborene Stefan Werner kandidierte bei den Bundestagswahlen 2005 im Wahlkreis München West/Mitte auf der Liste der rechtradikalen NPD und erzielte ein Ergebnis von 0,9 Prozent. 2013 trat er im gleichen Wahlkreis für „Pro Deutschland“ an. Mit noch bescheidenerem Erfolg: 0,4 Prozent. Zu seiner beruflichen Qualifikation gab der Kandidat „Finanzkaufmann“ an, zur ausgeübten beruflichen Tätigkeit machte er auffallender Weise keine Angaben. Von sich reden machte Werner früher auch als Funktionär der extrem rechten „Deutschen Partei“. 2006 taucht er bei „Pro München“ auf, einer Sammlungsbewegung verschiedener rechtsextremer Gruppen und Personen unter Beteiligung zahlreicher bekannter Münchner Neonazi-Aktivisten. Aktuell beglückt er die „Pro Bewegung Bayern“. Daneben ist er weiterhin im ganzen Land aktiv, so unter anderem als Jugendbeauftragter bei „Pro Deutschland“, eine Art Dachorganisation aller Pro-Bewegungen.

Auf diesem Hintergrund wird deutlich, wie lächerlich und unverschämt es ist, wenn der bundesweit tätige rechte Rattenfänger Stefan Werner auf dem Lenbachplatz von „unserem Schrobenhausen“ schwafelt. Ist wirklich jemand so dumm, ihm diese vermeintliche „Heimatliebe“ abzunehmen? In Schrobenhausen hoffentlich niemand! Wer künftig irgendwelche Unterschriftenlisten von „Pro Bayern“ unterzeichnet, die vielleicht einmal in Schrobenhausen in Umlauf kommen werden, sollte sich bewusst sein: Mit seiner Unterschrift bekennt er sich zu rechtsextrem, neonazistischen, rassistischen und demokratiefeindlichen Organisationen, die sich freuen, Namen und Adressen in ihre Sympathisanten-Datei aufnehmen zu können!

Die Strategie der „Pro Bewegung Bayern“ besteht darin, in verschiedenen Orten unter dem Deckmantel einer angeblichen „lokalen Bürgerinitiative“ ihr antidemokratisches und rassistisches Gift zu verspritzen. Warum ausgerechnet auch in Schrobenhausen? Ganz einfach, weil in Schrobenhausen eine Moschee gebaut werden soll. Moschee-Projekte halten die „Pro-Bewegungen“ in der ganzen Bundesrepublik für einen lohnenden Angriffspunkt. Vorbehalte gegen Muslime und ungewöhnliche Bauvorhaben lassen sich leicht emotionalisieren, um so Vorurteile zu bekräftigen, zu hetzen, zu skandalisieren und das friedliche Miteinander am Ort zu stören. Das haben die „Pro Bewegungen“ von ihrer unseligen „Urmutter“, der 1996 gegründeten „Pro Köln“ übernommen, die beim Moscheebau in Köln-Ehrenfeld diese miese, menschenverachtende Vorgehensweise entwickelt hat.

Wie soll sich Schrobenhausen verhalten? Die „Pro Bewegung Bayern“ wird weiter Ihre übliche „öffentlichkeitswirksame Eskalationsstrategie“ verfolgen. Das heißt, sie versucht auch in Schrobenhausen Konflikte zu erzeugen, sie aggressiv zu schüren und Gegenproteste zu provozieren, um sich dann als Opfer von „Gesinnungsterror“, „Gutmenschentum“ und „Multikulti“ zu stilisieren. Und dann geht das Ganze wieder von vorne los, noch aggressiver, noch gehässiger. Wir „echten Schrobenhausener“ sind durchaus in der Lage, die Fragen unseres Gemeinwesens selbst zu steuern. Dazu brauchen wir keine Hilfsrezepte mit brauner Soße. Machen wir alle zusammen und jeder auf seiner Weise der „Pro Bewegung Bayern“ klar: „Ihr seid hier nicht willkommen!“

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(Text von Benno Bickel für „Offen Türen – internationaler Treff e.V.).

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