Cafe Waldluft

Flüchtlingsrealität in Berchtesgaden jenseits von Populismus und Hetze

Menschen meistern die angebliche Krise mit Verstand und Herz

Am kommenden Dienstag, 25. Oktober um 20.00 Uhr läuft im Kino für Toleranz im Cinepark-Kino der deutsche Dokumentarfilm „Cafe Waldluft“ aus dem Jahr 2015. Die Veranstalter, das sind der Verein Offene Türen, die Volkshochschule und das CinePark-Kimo zeigen mit dem Dokumentarfilm von Matthias Koßmehl Szenen aus einer Flüchtlingsunterkunft in Berchtesgaden, die nichts beschönigen, aber zeigen, wie Integration funktionieren kann.

Eine Postkartenidylle: Ein typisches Berchtesgadener Ausflugshotel, direkt neben der Watzmann-Therme, mit Aussicht auf Kälberstein, Lockstein, Hochkalter und Watzmann, das Hotel-Café Waldluft, weit über hundert Jahre alt. Früher war das hier ein Touristenmagnet, ein Hotel mit Geschichte. Heute leben hier unter den Fittichen einer liebenswerten Hausmutter junge Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan und Sierra Leone. Im Berchtesagadener Talkessel werden seit jeher die Touristen als „Die Fremden“ bezeichnet. Und jetzt kommen nochmal „ganz andere“ Fremde, Menschen auf der Flucht, die ein Leben fernab von Krieg, Gewalttätigkeit und Konflikt suchen und feststellen, dass ihnen der Zugang zur neuen Heimat oft genug verwehrt bleibt. Was müssen sie tun, um wirklich anzukommen? Und was bedeutet der große Begriff der Heimat überhaupt für den einzelnen? Einheimische, Touristen und Flüchtlinge kommen gleichermaßen zu Wort. Heimat und Fremde, Freude und Verzweiflung liegen in Matthias Koßmehls preisgekröntem Film eng nebeneinander.

Immer wieder werden die Momentaufnahmen ergänzt durch die Lebensgeschichten der Flüchtlinge. Mit persönlichem Engagement und Pragmatismus beweist die Wirtin Flora Kurz, dass Zusammenleben und Integration möglich sind. Matthias Koßmehl ist ein Mut machender Beitrag gelungen angesichts der scheinbaren Perspektivlosigkeit in der globalen Flüchtlingskrise. Er selber sagt über seinen Film: „Mit dem Café Waldluft fand ich einen einzigartigen Ort. Die Besitzerin eine herzliche Wirtin, die von 35 Männern „Mama Flora“ genannt wird, beeindruckte mich. Und während ich den Ort mit seinen fremden Besuchern und eigenartigen Begegnungen entdeckte, entdeckte ich auch mehr und mehr eine Art Utopie. Am Ende fand ich mit dem Café Waldluft einen Ort und Protagonisten, die ich gerade für unsere Zeit so besonders finde: Einen Mikrokosmos, eine Utopie, in der die Komplexität der Weltpolitik für einen Moment der Menschlichkeit weicht.“

Der Film ist ab 12 Jahre freigegeben, dauert 79 Minuten und wird auch am Sonntag, 30.Oktober um 11.00 Uhr gespielt. Mit „Cafe Waldluft“ beginnt die neue Staffel im Kino für Toleranz. Die nächsten Filme laufen an folgenden Terminen: 29.11.16 „Seefeuer“; 27.12.16 „Das brandneue Testament“; 17.01.16 „Yol – Der Weg“; 31.01.17 „Nur wir 3 gemeinsam“; 28.02.17 „Toni Erdmann“; 28.3.17 „The Lobster“. Karten und Programmflyer gibt es an der Abendkasse. Wer per E-mail über das Programm von „Kino für Toleranz“ und die Inhalte der Filme informiert werden möchte, kann sich mit einer mail an „kino-fuer-toleranz@offene-tueren.net„dafür anmelden.

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