Baal – Früher Film von Volker Schlöndorff

Verfilmung von Brechts erstem Stück nach 40 Jahren Aufführungsverbot
Am Dienstag, 29. Dezember um 20.00 Uhr läuft im Kino für Toleranz im Cinepark-Kino der deutsche Spielfilm „Baal“ aus dem Jahr 1969. 

Nach seiner Erstausstrahlung in der ARD im Jahr 1970 ließ die Brecht-Witwe Helene Weigel jede weitere Aufführung dieser Adaption des ersten Theaterstücks von Bertolt Brecht verbieten. Jetzt kann dieses Frühwerk von Volker Schlöndorff – es war sein vierter Spielfilm – endlich in die Kinos kommen.

postit KinoBaal ist ein junger und talentierter Dichter. Obgleich er von der großbürgerlichen Gesellschaft gefeiert und hofiert wird, verachtet er sie. Er schläft mit der Frau seines Gönners und schwängert Sophie, die ihm aber schnell zur Last wird. Menschen, denen Baal begegnet, nutzt er schamlos aus – selbst seinen Freund Ekart, mit dem er mehrere Jahre durchs Land zieht und den er offen begehrt. In 24 Kapiteln erzählt Volker Schlöndorff von dem selbstverliebten und lebenshungrigen Dichter Baal, den kein geringerer als Rainer Werner Fassbinder spielt. Auf brillante Weise überträgt Schlöndorff das historische Brecht-Stück in die Gegenwart der 1968er Jahre und fängt eindrucksvoll die Stimmung der Revolte und sexuellen Befreiung ein.

Bei der Produktion von „Baal“ wirkten zahlreiche Personen mit, die damals kurz vor ihrem künstlerischen Durchbruch standen: Neben dem für Drehbuch und Regie verantwortlichen Volker Schlöndorff sind dies insbesondere der Kameramann Dietrich Lohmann, der Filmmusik-Komponist Klaus Doldinger und als SchauspielerInnen Margarethe von Trotta, Hanna Schygulla und Walter Sedlmayr.

Der Film ist ab 12 Jahre freigegeben, dauert 88 Minuten und wird auch am Sonntag, 3. Januar um 11.00 Uhr gespielt. Die nächsten Filme im Kino für Toleranz laufen an folgenden Terminen: 26.01.16 „Viva la libertà“; 23.02.16 „Der wundersame Katzenfisch“; 15.3.16 „Stein der Geduld“. Karten und Programmflyer gibt es an der Abendkasse. Wer per E-mail über das Programm von „Kino für Toleranz“ und die Inhalte der Filme informiert werden möchte, kann sich mit einer mail an „kino-fuer-toleranz@offene-tueren.net“ dafür anmelden.

Kino Für Toleranz – Programm „Kino für Toleranz“ unsere Filme im Winterhalbjahr (2015/16)

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